Autofahren mit Kontaktlinsen: Was gilt es zu beachten?

Einer der größten Vorzüge von Kontaktlinsen ist, dass sie in so gut wie jeder Lebenslage einsetzbar sind. Dabei stellt sich aber auch so manch eine Frage, wie man als Kontaktlinsenträger in bestimmten Situationen – beispielsweise bei der Bildschirmarbeit, beim Sport oder im Urlaub – vorzugehen hat. So fragen sich viele, ob sie mit Kontaktlinsen Auto fahren dürfen und was es dabei alles zu beachten gilt. Der folgende Ratgebertext klärt auf.

Kontaktlinsen beim Autofahren: die Vorteile auf einen Blick

Das Autofahren mit Kontaktlinsen mag erst einmal ein wenig gewöhnungsbedürftig sein, aber im Grunde bietet es diverse Vorteile.

  • Im Gegensatz zur Brille können Sie sich auf ein uneingeschränktes Sehfeld freuen. Insbesondere, wenn Sie zur Seite blicken oder komplizierte Manöver meistern, ist das unerlässlich. Auch der Schulterblick, der z. B. beim Fahren auf der Autobahn ständig anfällt, ist mit Linsen viel leichter zu bewältigen als mit einer Brille.

  • Lästige Bügel sparen Sie sich mit Kontaktlinsen genauso wie eventuelle Spiegelungsgefahr bei Lichteinfall.
  • Sollte es zu einem Unfall kommen, müssen Sie beim Brilletragen mit Splittern (Glas, Metall, Kunststoff) rechnen, wohingegen die Verletzungsgefahr bei Kontaktlinsen weitaus geringer ist.
  • Eine Brille kann durchaus herunterfallen, wenn es im Straßenverkehr heiß hergeht, doch Sie werden Kontaktlinsen nur sehr selten verlieren. Sie können höchstens verrutschen, wenn Sie nicht gut genug an das Auge angepasst wurden. Schon das bloße, kurze Korrigieren des Sitzes der Brille beim Verrutschen auf der Nase kann im Ernstfall ein Moment der Unachtsamkeit und ein Unfallauslöser sein.
  • Brillen können bei schlechtem Wetter beschlagen und die Sicht einschränken, Kontaktlinsen hingegen nicht.

Alles in allem lässt es sich also feststellen, dass Kontaktlinsen beim Autofahren mehr Sicherheit ermöglichen und zum Teil komfortabler und unkomplizierter sind. Doch deshalb sollte kein Loblied auf die weichen oder harten Linsen gesungen werden, denn Sie müssen auch so einiges beachten und gewisse Verhaltensregeln einhalten.

Hierauf ist zu achten: Sicher fahren mit Kontaktlinsen

Statt einfach draufloszufahren und Ihre Brille gegen Tageslinsen oder Wochenlinsen einzutauschen, sollten Sie sich vorher mit den folgenden Aspekten auseinandersetzen.

Vorsicht: Trockene Augen

Kontaktlinsen haften direkt am Auge. Das macht es vonnöten, dass ausreichend Feuchtigkeit vorhanden ist, denn sonst kommt es zu Rötungen, Brennen und anderen Reizungen. Normalerweise reicht der natürliche Tränenfilm aus, um die Augen zu benetzen und zu reinigen. Doch in vielen Autos kommt eine Klimaanlage zum Einsatz, die trockene Luft ausstößt. Auch die Heizung im Winter erzeugt Trockenheit und fördert Irritationen. Und sogar das herkömmliche Gebläse reicht aus, um dem schützenden Tränenfilm im Auge zuzusetzen. Trocknen die Augen zu sehr aus, könnten die Linsen herausfallen oder die Augen verletzt werden. Es ist in dieser Hinsicht wichtig, dass Sie es vermeiden, dass der Luftstrahl direkt auf Ihr Gesicht gerichtet ist oder die Klimaanlage bzw. Heizung voll aufgedreht ist. Empfehlenswert ist die Verwendung von Kontaktlinsen-Pflegemitteln zur Nachbenetzung, die vorher oder unterwegs ins Auge gegeben werden und den Tränenfilm unterstützen. Die Benetzungstropfen (Flüssigkeit oder Spray) frischen die Augen auf und sagen der Trockenheit den Kampf an. Sie dürfen ohne Bedenken täglich angewendet werden. Wählen Sie wenn möglich Benetzungslösungen ohne Konservierungsstoffe.

Reine Linsen mit reinem Gewissen: Die Kontaktlinsenpflege

Damit Sie sich und andere nicht gefährden, sollten Sie es mit der Pflege der Kontaktlinsen genau nehmen. Nur, wenn sie optimal gereinigt werden, bieten sie eine klare Sicht auf das Geschehen und ziehen die Augen nicht in Mitleidenschaft. Ablagerungen hingegen stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Reinigen Sie die Linsen also am besten vor der Fahrt und legen Sie bei Bedarf bei langen Autofahrten – bei denen z. B. mit offenem Fenster gefahren wird und das Verunreinigungsrisiko besonders groß ist – einen kurzen Zwischenstopp ein, um nachzureinigen. Pflegemittel passend zu jedem Linsentyp gibt es in jeder Preisklasse und auch in praktischen Reisegrößen.

Hell und Dunkel: Tagfahrten und Nachfahrten mit Kontaktlinsen

Es kommt mitunter vor, dass Kontaktlinsen lichtempfindlich werden – speziell dann, wenn Sie bei einer langen Fahrt den ganzen Tag getragen wurden. Verlassen Sie sich auf Kontaktlinsen mit hoher Verträglichkeit und langer Tragezeit von weit über zehn Stunden, um auf der sicheren Seite zu sein und kein Hornhautödem aufgrund von Sauerstoffmangel zu riskieren. Nicht nur (zu) langes Tragen, sondern auch Regen und Dämmerlicht können beim Autofahren in der Nacht zum Problem werden.

Dos und Don'ts beim Autofahren mit Kontaktlinsen

Dos

Es bietet sich an, auf hochwertige Kontaktlinsen zu setzen, in denen ein Feuchtigkeitsspeicher für die Benetzung integriert ist und die stundenlang bzw. einen Tag am Stück getragen werden dürfen. Kennzeichnend für Kontaktlinsen mit extralanger Tragezeit ist häufig die gute Sauerstoffdurchlässigkeit, die ein Ermüden der Augen verhindert. Ebenso ist es von Vorteil, sich für Linsen mit einem UV-Filter zu entscheiden, denn nicht selten wird man beim Autofahren den Sonnenstrahlen ausgesetzt.

Don'ts

Auf keinen Fall sollten farbige Kontaktlinsen beim Autofahren getragen werden, denn die Farbpigmente können den Sichtradius und das Sehvermögen negativ beeinflussen. Gleitsichtkontaktlinsen wie bifokale oder multifokale Linsen, die als Ersatz für die Gleitsichtbrille infrage kommen, sind ebenfalls keine ideale Wahl. Bei Nachtfahrten bzw. bei Dunkelheit ist es zum Teil beobachtbar, dass Straßenschilder etwas später bemerkt werden, was die Reaktionszeit verkürzt. Zudem sind Gleitsichtkontaktlinsen erst einmal gewöhnungsbedürftig. Tragen Sie multifokale Kontaktlinsen, mag es der Fall sein, dass Sie nachts einen Lichtsaum bei den Rücklichtern der Fahrzeuge vor Ihnen wahrnehmen, was ebenfalls ein Unfallrisiko darstellt.

Für alle Fälle: Immer die Brille dabei haben

Sind Sie eigentlich Brillenträger und wollen nur beim Autofahren Kontaktlinsen tragen oder besitzen Sie eine Brille für den Notfall, nehmen Sie diese auf jeden Fall mit! Sollte es zu Reizungen durch Trockenheit oder lange Tragezeiten kommen oder sollten Sie eine Kontaktlinse verlieren, haben Sie so eine Ersatz-Sehhilfe der zuverlässigen Art zur Hand.

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