Welche Kontaktlinsen für den Bildschirmarbeitsplatz?

Gerade bei der Arbeit im Büro sind wir darauf angewiesen, gut zu sehen und zudem voll konzentrationsfähig zu sein. Brillen und Kontaktlinsen helfen dabei – aber es gibt leider eine Kehrseite der Medaille. Das stundenlange Sitzen vor dem Computer zieht es nach sich, dass die Augen gereizt werden. Tragen Sie Linsen, ist das Problem meist noch deutlicher ausgeprägt. Was lässt sich dagegen tun und welche Kontaktlinsen eignen sich für den Bildschirmarbeitsplatz?

Wie beeinflusst die Arbeit am Computer die Augengesundheit?

Warum kommt es überhaupt zu Irritationen am Auge, wenn man als Kontaktlinsenträger tagtäglich viele Stunden am Computer arbeitet? Normalerweise blinzeln wir Menschen innerhalb von einer Minute rund 15-mal. Das ist auch gut so, denn dadurch wird das Auge feucht gehalten. Das Blinzeln verteilt den schützenden Tränenfilm neu und dient damit auch der Reinigung. Arbeitet man am Bildschirm, blinzelt man jedoch automatisch viel weniger. Oft schafft man es arbeitsbedingt nur auf bis zu 5 bis 8 Male pro Minute und blinzelt dabei noch nicht einmal wirklich. Das bringt es mit sich, dass mehr Flüssigkeit verdunstet, der Film nicht ständig neu verteilt wird und die Augen austrocknen. Die Hornhaut erhält an den trockenen Stellen nicht mehr ausreichend Schutz. Dieser Effekt verstärkt sich noch, wenn Sie Kontaktlinsen tragen, wenn im Büro eine niedrige Luftfeuchtigkeit herrscht oder wenn Sie z. B. Zigarettenrauch oder Staub ausgesetzt sind.

Aufgrund der mangelnden Befeuchtung und Reinigung kommt es zu Augenirritationen. Die Augen röten sich, brennen und jucken oder entzünden sich sogar. Das Ganze führt dazu, dass Sie Kontaktlinsen weniger gut vertragen, weil diese die Reizung intensivieren und der natürliche Tränenfilm nicht einwandfrei funktioniert.

Was kann dagegen unternommen werden?

Zum einen sollten Sie die richtigen Kontaktlinsen für die Computerarbeit wählen und zum anderen dürfen Sie die Nachbenetzung nicht vergessen. Darüber hinaus hilft es, den Monitor – am besten einen Flachbildschirm – auf eine hohe Bildwiederholfrequenz einzustellen. Weder sollte der Monitor zu hoch stehen, noch sollten Sie mit Spiegelungen und Reflexen zu kämpfen haben. Achten Sie auf einen idealen Abstand zwischen Monitor und Auge, der 50 bis 80 cm beträgt. Regelmäßige Arbeitspausen und das zeitweise Wegsehen und Augenschließen bieten etwas Linderung. Zudem gibt es Augenübungen für die Arbeit am PC.

Welche Kontaktlinsen für den Bildschirmarbeitsplatz?

Kontaktlinsen lassen sich aus verschiedenen Materialien fertigen und weisen daher unterschiedliche Materialeigenschaften auf. Experten raten dazu, Kontaktlinsen für die Bildschirmarbeit zu wählen, die eine geringe Verdunstung zu verbuchen haben und sich durch eine gute Wasserhaltefähigkeit auszeichnen.

Weiche Kontaktlinsen sind in der Regel eine bessere Wahl als harte Kontaktlinsen. Das liegt daran, dass sie anschmiegsamer und bequemer zu tragen sind und das Auge weniger reizen. Darüber hinaus punkten manche flexible Kontaktlinsen mit ausgezeichneten Dauertrageeigenschaften. Wichtig ist, dass die Linsen so gut wie möglich angepasst werden, und das nicht nur auf das Auge bzw. die Sehbehinderung, sondern auch auf die Arbeitsverhältnisse wie die Sehentfernung eingegangen wird.

Vorsicht bei irreführenden Fachbegriffen! Man könnte meinen, ein hoher Wassergehalt bei Hydrogellinsen sei von Vorteil, doch das Gegenteil ist der Fall. Ist die Linse nämlich sehr wasserhaltig, dünn und sauerstoffdurchlässig, dann kommt es häufiger zu Verdunstungen und dies wiederum begünstigt Augenverletzungen durch Trockenheit. Silikonhydrogellinsen sind der moderne Nachfolger der Hydrogellinsen und überzeugen mit einer besseren Sauerstoffversorgung bei weniger Verdunstung. Sie sind jedoch nicht ganz so angenehm zu tragen.

Im Idealfall entscheiden Sie sich für Kontaktlinsen mit Feuchtigkeitsdepot, die der Trockenheit den Kampf ansagen und auch stundenlang ohne Beschwerden getragen werden können. Eine denkbare Option wären Tageslinsen für trockene Augen mit einem hohen Wassergehalt von 60 % oder mehr. Sie unterstützen einen stabilen Tränenfilm und sorgen für eine gleichmäßig hohe Benetzung der Augen. Als Kontaktlinsen für Bildschirmarbeit sind sie wärmstens ans Herz zu legen. Solche Linsen sind z. B. aus PC (Phosphorylcholins) gefertigt und zeichnen sich durch eine hohe Wasserbindungsfähigkeit aus. Ebenso lohnt sich die Investition in torische Monatslinsen mit Langzeitverträglichkeit, deren patentierte Technologie einen Ausgleich von Wasser und Sauerstoff gewährleistet.

Nachbenetzung für trockene Augen

Die Benetzung spielt eine wichtige Rolle, wenn es um trockene und gereizte Augen geht. Ergänzen Sie die Kontaktlinsen für den Bildschirmarbeitsplatz mit Nachbenetzungstropfen oder einem Spray und stellen Sie sicher, dass der Tränenfilm unterstützt wird. Die Augensprays oder Augentropfen werden vor allem für weiche Linsen bzw. Silikonhydrogellinsen eingesetzt und dienen der unbedenklichen, unkomplizierten Befeuchtung. Am besten tragen Sie das Pflegemittel immer bei sich und nutzen es – gern mehrmals am Tag – wenn Sie Augenirritationen verspüren.

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