Heuschnupfen: Darauf sollten Sie als Kontaktlinsenträger achten

Das Tragen von Kontaktlinsen bereitet im Allgemeinen keine Probleme, sobald man die Eingewöhnungsphase hinter sich gebracht hat. Es gibt jedoch Ausnahmesituationen, bei denen es zu Beschwerden kommen kann oder bei denen sich ein Kontaktlinsenträger Sorgen macht. Manch einer fragt sich beispielsweise: Kann ich bei Heuschnupfen Kontaktlinsen tragen? Die allgemeine Antwort auf diese Frage lautet „Ja“ - aber ganz so einfach ist das Ganze dann doch nicht.

Welche Kontaktlinsen sind die richtigen? 

Sie haben, wie alle anderen Träger auch, die Wahl zwischen weichen und flexiblen oder harten und formstabilen Kontaktlinsen. Der Heuschnupfen ändert daran im Grunde nichts. Es ist jedoch unleugbar, dass harte Kontaktlinsen eine geringere Haftfläche am Auge besitzen und somit weniger dazu in der Lage sind, bereits durch Pollenflug bestehende Reizungen zu verstärken.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum harte Linsen den weichen Linsen vorzuziehen sind: Weiche Kontaktlinsen mit ihren großen Poren nehmen die bei Heuschnupfen zur Linderung verschriebenen Augentropfen in sich auf. Die Molekülablagerung und die Aufweichung haben zur Folge, dass die Linsen sich verfärben oder sich sogar ein Teil des Linsenmaterials herauslöst und damit Hornhaut und Bindehaut reizt.

Experten raten dazu, während der Pollensaison – also während der Frühlingsmonate oder bis in den Sommer hinein, je nach Allergie – komplett auf Tageslinsen umzusteigen. Sie bieten den Vorteil, dass täglich ein frisches Paar Linsen genutzt wird. So können sich keine Pollen ablagern oder Augentropfen die Linsenoberfläche beschädigen und Ihre Sicht und Augengesundheit beeinträchtigen.

Checkliste für Kontaktlinsenträger während der Heuschnupfenzeit

  • Antiallergische Augentropfen: Fast alle, die unter Heuschnupfen leiden, haben nicht nur mit Erkältungssymptomen wie Niesen und ständigem Schnäuzen zu kämpfen, sondern auch mit tränenden Augen. Das wiederum erschwert das Tragen von Kontaktlinsen. Wie eben angesprochen setzen die Beschwerden lindernden Augentropfen den Linsen zu und können im Ernstfall das Leiden verschlimmern. Es ist daher wichtig, dass Sie die Linsen vor der Nutzung der Augentropfen herausnehmen und nach der Nutzung erst nach einem bestimmten Zeitraum wieder einsetzen. Bei harten Linsen reicht eine Viertelstunde, sodass Ihr Alltag nicht zu sehr beeinträchtigt wird.

    Nicht vergessen: Sie sollten den Apotheker beim Kauf fragen, ob die jeweiligen Augentropfen ohne Bedenken von einem Kontaktlinsenträger verwendet werden dürfen.

  • Nicht reiben! Geraten Pollen mit der Tränenflüssigkeit unter die Linse, löst dies in der Regel Juckreiz oder Brennen aus. Augenreiben ist auf jeden Fall zu vermeiden, denn es könnte sogar zu Hornhautschäden führen. Verlassen Sie sich lieber auf kontaktlinsenfreundliche Augentropfen.

  • Ersatzbrille: Manchen ist es zu umständlich und riskant, auf Tageslinsen umzusteigen oder nach der Verwendung von Augentropfen mit dem Einsetzen zu warten? Dann steigen Sie in den Heuschnupfen-Monaten auf eine Brille um. Dies bietet sich vor allem an, wenn Sie sonst weiche Kontaktlinsen tragen.

  • Rein, reiner, am reinsten! Noch wichtiger als ohnehin schon ist während der Pollenflugsaison die gründliche Reinigung der Kontaktlinsen mit leistungsstarken Pflegemitteln. Es empfiehlt sich, statt auf eine Kombilösung auf eine Peroxidlösung zu setzen und außerdem einmal wöchentlich einen Proteinentferner zum Einsatz kommen zu lassen. Ebenfalls ans Herz legen möchten wir Ihnen Nachbenetzungstropfen mit reinigender Wirkung. Diese erfrischen und befeuchten unterwegs und zwischendurch Ihre strapazierten Augen und dienen der Reinigung, wenn vielleicht gerade besonders starker Pollenflug zu beobachten war.

  • Extra-Reizungen vermeiden: Die Belastung für die Augen ist für Allergiker schon groß genug, also sollten Sie zusätzliche Reize tunlichst vermeiden. So ist es z. B. relativ üblich, dass man nach dem langen, kalten Winter im Frühling so viel Sonne wie möglich tanken will. Achten Sie allerdings darauf, als Kontaktlinsenträger nicht zu viel Sonnenlicht abzubekommen. Wollen Sie auf das Sonnenbaden nicht verzichten, sind Kontaktlinsen mit integriertem UV-Schutz eine gute Idee – oder Sie lassen die Linsen kurzzeitig weg und tragen beim Spaziergang im Park eine Sonnenbrille.
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