Welche Kontaktlinsen sind die Richtigen für mich?

Spielen Sie mit dem Gedanken, von der Brille auf die Kontaktlinse umzusteigen? Oder wurde bei Ihnen eine Sehbeschwerde festgestellt und Sie möchten von Beginn an Kontaktlinsen nutzen? Dann haben Sie die Qual der Wahl, denn es gibt die verschiedensten Linsentypen. Mit den folgenden Tipps finden Sie die richtigen Kontaktlinsen bzw. erhalten einen informativen Überblick über die Welt der vielseitigen, praktischen und zuverlässigen Sehhilfen.

Weiche oder harte Kontaktlinsen?

Ganz grob lässt sich in harte und weiche Kontaktlinsen unterscheiden. Beide zeichnen sich durch verschiedene Produkteigenschaften aus und sollten mit anderen Pflegeprodukten kombiniert werden. Hier finden Sie die jeweiligen Vor- und Nachteile zusammengefasst.

Weiche Kontaktlinsen sind gut verträglich, fühlen sich bequem an und erzeugen in der Regel kein Fremdkörpergefühl. Sie besitzen eine große Haftfläche und verrutschen daher kaum sowie fallen nur sehr selten heraus. Speziell für den Sport ist das von Vorteil, wobei weiche (flexible) Kontaktlinsen keinen Wasserkontakt vertragen und beim Schwimmen nicht getragen werden sollten. Flexible Kontaktlinsen stehen zwar für Tragekomfort und eignen sich beim Wechsel von der Brille zur Linse besonders gut, doch sie sind pflegebedürftiger. Eine gründliche Reinigung und Desinfizierung sowie die Beseitigung von Proteinablagerungen sind unerlässlich, da es sonst zu Infektionen und Augenkrankheiten kommen kann. Weiche Kontaktlinsen dürfen auf keinen Fall austrocknen und müssen daher in einer geeigneten Flüssigkeit wie Kochsalzlösung aufbewahrt werden. Weiche Linsen lassen sich bis zu ein Jahr oder länger tragen, wobei natürlich auch kürzere Tragezeiten denkbar sind. Sie werden zumeist aus Hydrogel oder Silikonhydrogel gefertigt, wohingegen harte Linsen aus Kunststoff hergestellt werden.

Harte Kontaktlinsen sind kleiner und gewöhnungsbedürftiger, aber Sie müssen bei der Kontaktlinsenpflege nicht ganz so viel Aufwand investieren. Zudem besitzen formstabile Kontaktlinsen eine längere Haltbarkeit von bis zu zwei oder sogar vier Jahren. Allgemein ist es möglich, harte Linsen bis zu 16 oder 18 Stunden am Stück zu tragen, während weiche Linsen nur rund einen halben Tag verträglich sind. In beiden Fällen ist es wichtig, dass Sie sich für Kontaktlinsen entscheiden, die eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit und ein sehr gutes Wasserbindungsvermögen besitzen. Harte Kontaktlinsen eignen sich vor allem – aber nicht nur – bei hohen Stärken / Dioptrienzahlen und ausgeprägter Fehlsicht. Auch bei Hornhautunregelmäßigkeiten und Hornhautverkrümmungen sind formstabile Linsen die richtige Wahl.

Tageslinsen, Wochenlinsen oder Monatslinsen?

Sollten Sie nur bei Bedarf von der Brille auf die Linse umsteigen wollen, sind Tageslinsen die ideale Wahl. Sie können an einem Tag getragen und entsorgt werden, sodass Sie sich das Reinigen und Aufbewahren sparen. Das ist insbesondere von Vorteil, wenn Sie beim Sport die Kontaktlinsen als Brillenersatz nutzen. Auch im Urlaub ist der Gebrauch von mehreren Tageslinsen aufgrund der hohen Beanspruchung und Verschmutzung ans Herz zu legen. Wenn Sie einen Beruf ausüben, bei dem viel Schmutz anfällt, ist die Tageslinse ebenfalls die perfekte Lösung. Wichtig ist, dass Sie die Eintageslinsen nicht mehrere Tage lang tragen, denn dies gefährdet die Augengesundheit. Die Einmallinsen sind in nicht unbedingt etwas für Menschen mit wirklich ausgeprägten Augenproblemen.

Wochenlinsen und Monatslinsen stellen die länger tragbare Variante dazu dar und empfehlen sich sowohl für zwischendurch als auch für die regelmäßige Nutzung auf Dauer. Der Vorteil hieran ist, dass sie im Gegensatz zu den Tages-Kontaktlinsen besser anpassbar sind, statt dass es nur ein Standardmodell mit allgemeiner Form zu kaufen gibt.

Bifokale und multifokale Kontaktlinsen

Geht es darum, mehr als eine Sehschwäche – Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit – zu korrigieren, dann empfehlen sich multifokale Linsen. Sie kommen vordergründig zum Tragen, wenn man mit Alterssichtigkeit kämpft. Zwar sind multifokale Kontaktlinsen erst einmal gewöhnungsbedürftig und können wie Gleitsichtbrillen im Alltag zu kleinen Problemen führen, doch sie bieten auf der anderen Seite auch viele Vorteile.

Welcher Linsentyp sind Sie?

Die erwähnten Anhaltspunkte helfen Ihnen bei der groben Einschätzung der Linsenarten. Sie sollten Sich vor dem Kauf aber auch bestimmte Fragen stellen, was Sie von den Linsen erwarten und womit Sie sich am meisten anfreunden können.

  • Suchen Sie nur nach einem Brillenersatz für zwischendurch oder bestimmte Situationen?

  • Sind Sie anspruchsvoll und möchten die Kontaktlinsen im Alltag dauerhaft als Hauptsehhilfe tragen?

  • Wollen Sie Zeit sparen und den Pflegeaufwand reduzieren oder lieber rundum versorgt und geschützt sein und dabei ein bisschen Mühe nicht scheuen?

  • Welche Sehschwäche liegt vor, und welche Linse hilft aus?

  • Wie sieht es mit der Augengesundheit wie z. B. mit der Tränenflüssigkeit aus? Manche Kontaktlinsen eignen sich nicht, wenn Sie über eine ölige / fettige Tränenflüssigkeit verfügen oder generell zu trockenen Augen neigen.

  • Wie lange wollen Sie die Linsen tragen?

  • Kommt für Sie überhaupt eine Kontaktlinse infrage oder sollten Sie lieber eine Brille tragen? Wenn Ihnen das Ein- und Aussetzen zu viel Mühe bereitet oder Sie bei empfindlichen Augen unter Fremdkörpergefühl und Irritationen leiden, ist die traditionelle Sehhilfe die bessere Wahl.
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